Donnerstag, 15. September 2011

Einäugig




EINÄUGIG


Ich bin fast blind
Das eine Auge
Ist Blut unterlaufen

Ich bin ein Zyklop
Schon längst
Kein Mensch mehr

Und doch habe ich
Deine Gefühle in mir
Die mich fühlen lassen


Mich aus dem tiefen Brunnen
Aufschauen lassen
Ins Mondlicht

Ich erinnere mich
An dein Haar
Und wie du dich anfühlst


Wie du mich festhälst
Dich an mich schmiegst
An deinen Duft

An deine Stimme
An deine Augen
An diesen Augenblick


In dem wir eins waren
Und ich mich göttlich fühlte
Angekommen und entsehnsüchtigt


Der Sternenhimmel
Ist ohne dich Sternenleer
Und der Mond nur ein sinnloses Gespinst




© Andi_206


Freitag, 9. September 2011

Wunderbar und wunderschön




Wunderbar und wunderschön



Ihre Haare duften verführerisch
Sie fühlt sich so gut an

Ihre Umarmungen
Ich möchte mich nicht mehr aus ihren Armen lösen

Die Wärme ihrer Augen
Offenbaren ihre Herzlichkeit

Ihre Offenheit
Und ihr Vertrauen überwältigen mich

Jede ihrer Berührungen
Magisch

Zauberhaft
Wie sie sich bewegt

Sie ist ein Wunder
Wunderbar und wunderschön





© Andi_206


Sonntag, 21. August 2011

In ihrer Lichtung



In ihrer Lichtung


Durch ein Meer 
aus wogenden Farnen
spitzelt die Sonne 
durch die Wipfel

Ich wandele 
nicht ohne mich zu tarnen
Nähere mich vorsichtig 
ihrem Gipfel

Auf weichem Moos gebettet
Vermischt sich 
ihr intensiver Duft 
mit dem des Waldes

Durch ihre 
fordernde Umarmung gerettet
Verliere ich mich 
letzten Endes

Spüre ihre wärmenden Rehaugen 
auf mir ruhen
In die Stille 
pochende Herzen

Wenn sich dieses Gefühl 
aufbewahren ließe in Truhen
In meiner Schatzkammer verwahrt 
im flackernden Schein der Kerzen



© Andi_206



Samstag, 2. Juli 2011

Unsterbliche Liebe



Unsterbliche Liebe


Tief im Grünen
Auf einem Hügel
Im Verborgenen
Steht eine kleine Kirche

Sie scheint am Ende der Welt
Vergessen worden zu sein
Der Weg zu ihr ist verschlungen
Und voller Verlockungen, vom Weg abzukommen

Wenn mein Glaube keine Tiefe hätte
Würde ich mich verlaufen, mich verirren
Ich würde mich heil- und glücklos fühlen
Allein gelassen und von Gott verlassen

Doch ich weiß und daran glaube ich ganz fest
Jeder, der jemals
Den Weg beschritten hat
Wird ihn zu Ende gehen

In der Not
In aller größter Dunkelheit
Wäre meine Verzweiflung noch so groß
Würde der Weg mich finden und ein Licht mir den Weg leuchten

Hand in Hand laufen wir gemeinsam auf diesem Weg
Und an jeder Weggabelung, so scheint es mir
Erwartet uns ein Engel
Der uns schützend, den Weg weißt

In unserer Mitte, in und um uns herum
Ist unsere Liebe, die uns aneinander glauben lässt
Und ich glaube
Dass uns der Weg nicht ans Ende der Welt führt

Ich glaube
Unsere Liebe ist der Anfang der Ewigkeit
Der Beginn unserer unendlichen Verbundenheit
Unserer unsterblichen Liebe



© Andi_206




Donnerstag, 30. Juni 2011

Echo Nr. 3: "Die große Freiheit"



Echo Nr. 3: "Die große Freiheit"


So süß der Gedanke
An diese eine Nacht
Wie in einem anderen, neuen Leben

Mit einer großen Freiheit
Geprägt von der größten aller Leidenschaften
All deine Liebreize auskostend

In deinen Armen
Bedeckt von der Flut deiner Küsse
Berührt von den zärtlichen Spitzen deiner Brüste

Überall deine Hände, deine Finger, die mich erforschen
Die meine Männlichkeit einfordern
Dein Duft berauscht mich, ich bin süchtig nach deiner Nähe

Du lässt mich in deine reizvolle Tiefe eintauchen
In deinem bläulichen Seelenleuchten versinke ich
Und du beatmest mich mit deiner Liebe Lebendigkeit


© Andi_206


Inspiriert durch "Liebe und tu, was du willst." (Augustinus)



Sonntag, 26. Juni 2011

Echo Nr. 2: „Die Göttin der Lust“



Echo Nr. 2: „Die Göttin der Lust“


Über den Brunnenrand fielst du
Als leuchtend goldene Kugel
In meinen Seelenschlund
Zärtlich fing ich dich auf

In einem Bad versetzt
Mit Milch, Honig und Olivenöl
Wird deine Haut
Weich und warm

Auf der Oberfläche des Badewassers
Tänzeln weinrote Blätter
Die, als Du aus dem Bad entsteigst
An dir haften bleiben

Dich
Deinen Busen
Und deine Scham bedecken
Dein Anblick beraubt mich meiner Sinne

Die Gedanken
Sinn entleert
Geh ich auf dich zu
Entferne sorgsam von dir Blatt für Blatt

Blase leicht
Über die frei gewordenen Stellen
Deiner Haut
Und hauche deinen Namen




© Andi_206



Samstag, 25. Juni 2011

Echo Nr. 1: „Das Hohelied der sündigen Liebe“



Echo Nr. 1: „Das Hohelied der sündigen Liebe“


Sie steht eigentlich nicht auf Blonde
Aber ich sei ihr sofort aufgefallen
Meine offene Art, meine Lebensfreude
Ich sei ein toller Typ
Bei diesen Worten schaut sie mir ganz tief in die Augen
Und macht einen Schritt auf mich zu
Um die Distanz zu verkürzen

Sie sei ein wenig beschwippst
Und eigentlich mag sie es nicht
Wenn betrunkene Männer
Sie so einfach anquatschen würden
Sie hofft, dass ich ihr dies nicht übel nähme
Dass sie ein wenig betüddelt wäre
Dabei berührt sie mit ihren Fingerspitzen leicht meine Hände

Noch näher an mich herangerückt
Schaut sie mir von unten herauf
Keck und süß in die Augen
Und natürlich
Fällt mein Blick auch in ihren Ausschnitt
Unsere Finger fahren ineinander
Und sie küsst mir sanft auf meine Lippen

Ich flüstere ihr ins Ohr: „Darf ich Dich bitten.“
Und führe sie an meiner Hand
Die mit roten Samtteppich bezogenen Treppen hoch
In mein Zimmer im obersten Stockwerk des Hotels
Mit dem Himmelbett und dem großen Panoramafenster
Leise singen uns die Sterne
Das Hohelied der sündigen Liebe vor



© Andi_206